Frau Hannelore Pistorius, Präsidentin der Schweizer Kommission für Moderne Sprachen, möchte Hinweise i.B. auf den Bereich "Thematik des Fremdsprachenerwerbs in Japan" sammeln. Kolleginnen und Kollegen, die sich für das unten vorgestellte Projekt interessieren bzw. an Meinungsaustausch mit Frau Pistirius interessiert sind, mögen sich bitte direkt mit ihr in Kontakt setzen.
Die E-mailadresse von Frau Pistorius lautet;
r_diamond@swissonline.ch
Unsere zweijährige Longitudinalstudie, an der 300 Genfer
Schüler französischer Muttersprache von 10 bis 19 Jahren mit
rund 1800 schriftlichen Arbeiten beteiligt waren, geht von der These
aus, dass es zwischen dem Erwerb von Deutsch als Muttersprache
(Stichwort: ungesteuerter Unterricht) und als L 2 im schulischen Kontext
gewisse Parallelen gibt, also eine natürliche Erwerbsfolge, die in
der L 1 wie in der L 2 unumstösslich ist. Das wissenschaftliche
Team unserer Gruppe konnte diese These vollauf für drei Bereiche
des Grammatikerwerbs anhand von freien schriftlichen Texten nachweisen:
die Verbalmorphologie, die Verbstellung oder Satzmodelle und den
Kasuserwerb. Es hat also keinen Sinn, die natürlichen Erwerbsphasen
in diesen Bereichen ändern zu wollen oder zu hoffen, dass wir sie
durch den Unterricht beeinflussen können - wir können sie
allenfalls fördern, im schlimmsten Fall aber auch stören oder
gar zum Stagnieren bringen (Stichwort: Fossilisation).
Nun meine Frage: Was könnte von dieser Thematik für die
japanischen Kollegen von Interesse sein? Ihre persönliche Meinung
oder Reaktion wäre mir sehr willkommen. Schon im voraus danke ich
Ihnen sehr herzlich für eine Antwort.